Spitzwegerich

Plantago lanceolata

Bild 1 von 2

  • © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
    © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
  • © AK Natur Stadtmarketing Lehrte
    © AK Natur Stadtmarketing Lehrte

Heilpflanze 1991/93 Arzneipflanze 2014

Heilwegerich, Wundwegerich, Spitz-Wegeblatt, Rossrippe, Wegetritt, Spießkraut, Lungenblatt, Siebenrippe

Der Spitzwegerich, eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae), gehört zu den häufigsten Pflanzen unserer Flora.

Er ist ursprünglich in Europa beheimatet, inzwischen aber weltweit verbreitet und kommt auf Wiesen und an Wegrainen vor. Seine Wurzeln können bis zu 50 cm in die Tiefe reichen. Am Boden bildet er eine Blattrosette, aus der die Blätter, die bis zu 50 cm lang werden können, hervor wachsen. Sie sind schmal und lanzettlich und haben Längsadern, was man sonst nur bei Gräsern findet. Die unscheinbaren Blüten wachsen in einer länglichen walzenförmiger Ähre. Sie sind vorweiblich, die Staubblätter hängen weit heraus.

Blütezeit: Mai bis September

Der Spitzwegerich vermehrt sich durch Windbestäubung, Insektenbesuch und vegetativ durch Wurzelsprosse.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Kraut

Inhaltsstoffe: Schleime, Bitterstoffe, Flavonoide, Aucubin, Catalpol

Heilwirkung: Die Zubereitungen der Droge (Teeaufguss, Sirup) wirken auf Grund des Gehalts an Schleim- und Gerbstoffen reizmildernd und dienen zur Behandlung von Entzündungen im Mund und Rachenraum sowie als ausgezeichnetes Hustenmittel. Eine antibiotische Wirkung ist nachgewiesen (Spitzwegerichsaft schimmelt nicht!). Ob der Spitzwegerich eine antitumorale Wirkung hat, wird diskutiert. Zarte Blätter fördern die Verdauung, regen den Stoffwechsel an und eignen sich als Salatbeigabe.

Zerdrückte Spitzwegerichblätter wirken gegen Insektenstiche, Juckreiz und Schwellungen verschwinden schnell.

Geschichtliches: Der Name stammt aus dem Althochdeutschen: wega = Weg, rik/rich = Herrscher; also Herrscher des Weges.

Spitzwegerich ist ein uraltes Heilmittel und seit der Antike bekannt. Bereits Dioskurides empfahl ihn bei Blutungen und gegen Geschwüre. Plinius rühmte den Saft des Wegerichs als Mittel gegen den Stich des Skorpions und gegen Schlangenbisse. Seit dem 11. Jahrhundert wird Spitzwegerich bei Husten, Fieber und Insektenstichen verwendet. Hildegard von Bingen nannte die Pflanze als ein Mittel um sich von „angezauberter Liebe“ frei zu machen.Die Kräuterbücher des 16. Und 17. Jahrhunderts empfahlen den Spitzwegerich als gutes Wundkraut.

Das Kraut gehört zu den neuen Pflanzen eines angelsächsischen Kräutersegens. In einem im 15. Jahrhundert nachgedruckten Herbarium des 5. Jahrhunderts steht „herba plantago“ vornean auf der Bestenliste von 130 Kräutern.

Shakespeare erwähnt den Spitzwegerich in Romeo und Julia als Mittel gegen Hautverletzungen. Kneipp empfiehlt ihn als Wundkraut besonders bei Insektenstichen.

Die Wirkung als Hustensaft war so bekannt, dass „Spitzwegerichsaft“ als allgemeiner Name für Hustensaft gebraucht wurde.

Der Volksmund nennt die Pflanze auch „Straßenbraut“. Nach einer Legende wurde ein junges Mädchen, das lange an der Straße auf den Geliebten gewartet hat, in die Pflanze verwandelt.

© AK Natur Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur Stadtmarketing Lehrte
Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse Plantaginaceae
Anwendungsbereich: Atemwegserkrankungen
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd