Sonnenblume

Helianthus annuus

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Gewöhnliche Sonnenblume, Goldblume, Sonnenkrone, Gottesauge, Vogelkernblume, Tournesol (Sonnenwender)

Die Sonnenblume gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae).

Sie stammt ursprünglich aus Mexiko und Nordamerika. Inzwischen wird sie weltweit in vielen Sorten zur Ölgewinnung kultiviert, vorwiegend in Bulgarien und Russland.

Sie ist die größte unter den Korbblütlern und in vielen Ziergärten anzutreffen. Sie ist ein Licht- und Wärmekeimer, bei 20° Celsius erreicht sie ihr maximales Wachstum. Aus einer Faserwurzel, die bis zu 2 m tief wurzelt, entwickelt sich ein bis zu 3 m hoher Stängel, der innen mit Mark gefüllt ist. (Die größte Sonnenblume wurde über 9 Meter hoch.) Die Blätter sind herzförmig – dreieckig und rau behaart. Die Blütenköpfe erreichen einen Durchmesser bis zu 30 cm. In der Mitte des Blütenkorbs sitzen viele kleine Röhrenblüten, am äußeren Rand wird er von leuchtend gelben (unfruchtbaren) Zungenblüten, die 6 bis 10 cm lang sind, eingefasst. Blütezeit: Juli bis Oktober. Die Blütenköpfe richten sich auf „Mittag“ ein. Diese Eigenart, sich dem Sonnenlicht zuzuwenden nennt man Heliotropismus. Erst in reifem Zustand drehen sich die Blüten nicht mehr nach der Sonne. Während der Blütezeit hängen die Blütenstände leicht nach unten.

Die Früchte sind Achänen ohne Pappus. Auf einem Blütenboden können bis zu 1000 Kerne wachsen. Sie werden durch Vögel und Mäuse verbreitet.

Sonnenblumen werden zur Gründüngung oft zusammen mit Phacelia und Buchweizen angebaut. Wenn diese schon unter Wassermangel leiden, kommt die Sonnenblume noch gut mit den Bodenbedingungen zurecht.

Verwendete Pflanzenteile:

Die zur Blütezeit gesammelten gelben Zungenblüten, die Früchte (Sonnenblumenkerne) und das daraus hergestellte Öl, das pharmazeutisch zur Herstellung verschiedener Arzneiformen verwendet, überwiegend aber als Speiseöl genutzt wird.

Inhaltsstoffe:

Flavonglykoside, Anthocyanglykoside (Blütenblätter), Fette, Eiweißstoffe, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Kerne)

Heilwirkung:

Eine Tinktur aus den frischen Blütenblättern wird in der Volksheilkunde bei fieberhaften Erkrankungen verabreicht, besonders bei Malaria, vor allem wenn Chininresistenz vorliegt. In Indien gelten die Blütenblätter als Allheilmittel z. B. bei Lebererkrankungen, Hämorrhoiden und Augenentzündungen.

Zur Kräftigung des Zahnfleischs und zur Entgiftung des Organismus kann mit Sonnenblumenöl die Ölziehkur durchgeführt werden. Sonnenblumenöl wird innerlich auch als Gleitmittel bei Verstopfung, äußerlich als Massageöl, zur Behandlung von Psoriasis und zur Herstellung von Salben und Cremes verwendet.

In der Homöopathie spielt die Sonnenblume keine große Rolle.

Die chinesische Medizin verwendet fast alle Teile der Pflanze, z.B. die Kerne bei Ruhr, die Blüten bei Schwindel und Zahnschmerzen oder die Wurzeln bei Magenschmerzen oder Verstopfung.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt.

Geschichtliches:

Der Gattungsname Helianthus stammt aus dem griechischen: helios (Sonne) und anthos (Blume) und bezieht sich auf die großen Blüten, die in einem der Sonne ähnlichen Blütenstand angeordnet sind und sich auch etwas zu ihr hindrehen. Der Artname annuus erklärt, dass die Pflanze nur einjährig wächst.

Bei den Azteken wurde die Sonnenblume als heilige Pflanze verehrt. Die Indianer Nord- und Mittelamerikas nutzten sie auch für kulinarische, medizinische und kosmetische Zwecke. Sie stampften die Samen zu Mehl und stellten Brot her. Auch bei Insektenstichen oder Bissen giftiger Spinnen und Skorpione wurden die Samen verwendet.

Im 16. Jahrhundert kam die Pflanze durch die Spanier nach Mitteleuropa, wo sie zunächst als Zierpflanze angebaut wurde. Man nutzte die Kerne in Backwaren oder geröstet als Ersatz für Kaffee.

Nach der griechischen Mythologie verliebte sich das Mädchen Klythia in den Gott Apollon, der immer in seinem Wagen über den Himmel fuhr. Dieser verschmähte sie aber. Ihr Herzeleid wurde zu gelben und braunen Farben, und sie verwandelte sich nach neun Tagen in die Blume, die ihre Blüte nach der Sonne (Apollos Sonnenwagen) dreht. (Da die Sonnenblume aus Amerika stammt, muss es sich hier aber um eine andere Pflanze gehandelt haben.)

Man nutzte die Kerne im Brotteig oder in geröstetem Zustand als Kaffeeersatz

Seit dem 18. Jahrhundert wird sie als Ölpflanze genutzt. Das Öl ist sehr wertvoll, darf aber nicht hoch erhitzt werden.

Vincent van Gogh machte die Sonnenblume durch seine Bilder populär.

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Pflanzenfamilie: Korbblütler Asteraceae
Anwendungsbereich: Hauterkrankungen, Ölpflanze
Blütenfarbe: gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig