Weißer Senf

Sinapis alba

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Echter Senf, Gelbsenf, Speisesenf, Tafelsenf, Gartensenf, Senef, Mostrich

Der Weiße Senf – eng verwandt mit Raps und Rauke (Rucola) - ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Er ist wahrscheinlich im Mittelmeergebiet heimisch. In wärmeren Gegenden wird er häufiger angebaut, kommt aber auch verwildert vor. Aus einem weit verzweigten Wurzelwerk entwickelt sich eine schnell wachsende Pflanze mit einem aufrechten, kantigen verzweigten Stängel, der bis zu 120 cm hoch wird. Die Blätter sind wechselständig angeordnet und ungleichmäßig fiederspaltig. Die gelben, vierzähligen Blüten bilden einen traubig-doldigen Blütenstand.

Blütezeit: Juni, Juli.

Die Frucht ist eine mit Borstenhaaren besetzte Schote, die waagerecht vom Stängel absteht. Das Ende der Schoten ist flachgedrückt und samenlos. Die Schote, in der sich 2 bis 4 gelbliche Samen befinden, ist durch eine Scheidewand längs geteilt. Die reifen Samen werden zur Herstellung von Speisesenf verwendet. Medizinisch hat der weiße Senf – außer als leichtes Abführmittel – nur geringe Bedeutung erlangt.

Medizinisch verwendete Pflanzenteile: Samen

Inhaltsstoffe: Senfölglykoside, die für die Schärfe verantwortlich sind, fettes Öl, Eiweiß, Schleimstoffe

Heilwirkung:

Die Senfölglykoside der Senfkörner in Form von Senfmehl entwickeln – mit warmem Wasser verrührt – eine brennende Schärfe und wirken stark hautreizend, durchblutungsfördernd und hemmend auf das Wachstum von Bakterien. Sie werden bei rheumatischen Beschwerden, Bronchitis und Rippenfellentzündung eingesetzt. Innerlich verwendet man Senfsamen bei Magen- und Darmbeschwerden.

Senfsamen finden vor allem Verwendung als Speisesenf und als Gewürz für Fisch, Soßen und Marinaden. Ganze Samen werden verwendet, um die Haltbarkeit von saurem Gemüse und Konserven zu verbessern. Sie haben keinen Einfluss auf den Geschmack, verhindern aber Schimmel und Bakterienwachstum. Der scharfe Geschmack entwickelt sich erst, wenn die Samen gemahlen und in Flüssigkeit verrührt sind, weil das in den Samen enthaltene Enzym aktiviert und Senföl freigesetzt wird. Senf ist eines der gesündesten Gewürze, weil er die Verdauung fördert und fette Speisen bekömmlicher macht.

Nebenwirkungen:

Senföl ist ein starkes Reizmittel für die Haut. Deshalb sollte vor dem Auftragen der Senfmasse eine fetthaltige Creme aufgetragen werden. Senfwickel dürfen auch nicht zu lange aufliegen. Die Haut ist danach gründlich zu reinigen. Die hautreizende Wirkung kann bis zu 48 Stunden anhalten. Bei unsachgemäßer Anwendung kann es auch zu Blasenbildung kommen.

Geschichtliches und Mythologisches:

Wilder Senf wurde schon in biblischen Zeiten angebaut und zur Gewinnung von Öl genutzt.

Der Name „sinapis“ stammt aus dem griechischen: napy (Senf).

Auch im antiken Griechenland wurde Senf für medizinische Zwecke genutzt. Dioskurides empfahl die Droge gegen Epilepsie und Leberleiden.

Durch die Römer, die die Pflanze als Gewürz nutzten, gelangte die Pflanze auch in die Länder nördlich der Alpen. Kelten und Germanen kannten Senf als Blattgemüse.

Sie übernahmen von ihnen auch, die gemahlenen Samen als Würzmittel zu nutzen.

Schließlich ordnete der englische Arzt Edward Bach die Senfblüte „Mustard“ für seelische Notlagen seinen Bachblüten zu. Mustard bringt nach Bach mit seinen leuchtendgelben Blüten die Freude ins Leben zurück.

Senfkörner nüchternen am Morgen eingenommen sollen Menschen an diesem Tag vor dem Schlaganfall bewahren.

Auch in der Redewendung „seinen Senf dazugeben“ = ungefragt seine Meinung dazugeben, wird die Schärfe des Senfs versinnbildlicht.

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler Brassicaceae
Anwendungsbereich: Verdauungsbeschwerden, Gewürz
Blütenfarbe: gelb
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig