Schwarzkümmel

Nigella sativa

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Römischer Kümmel, Schwarzer Koriander. Wegen der von zarten Hochblättern umhüllten Blüten wird die Pflanze auch Jungfer im Grünen, Gretchen im Busch oder Braut im Haar genannt.

Schwarzkümmel ist eine alte, einjährige krautige Kulturpflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Er ist in Westasien, im Irak und in der Türkei heimisch und wird hierzulande als Zier- und Gewürzpflanze kultiviert. Er ist weder mit dem Kümmel noch mit dem Kreuzkümmel verwandt. Schwarzkümmel bildet einen aufrechten verzweigten und rauhaarigen Stängel und wird etwa 40 cm hoch. Die Blätter stehen wechselständig und sind 2 bis 3fach fiederteilig. Die bläulich-weißen Blüten stehen einzeln an den Enden der Zweige. Sie sind nicht von Hüllblättern umgeben und enthalten viele Staubblätter. Die Blütenblätter fallen früh ab. Nach der Blüte entstehen aufgetriebene Kapseln, die zahlreiche kantige schwarze Samen enthalten. Die Samen riechen nach dem Zerreiben würzig. Sie schmecken bitter und scharf.

Blütezeit: Juli, August.

Verwendete Pflanzenteile: Die getrockneten Samen

Inhaltsstoffe: Ungesättigte Fettsäuren, ätherische Öle mit Thymochinon, Bitterstoff Nigellin, Gerbstoffe und 30% fettes Öl

Heilwirkung:

Die Samen vom Schwarzkümmel werden als Gewürz genutzt. Das aus den Samen gewonnene fette Öl ist würzig und ernährungsphysiologisch hochwertig. Es wird als Nahrungsmittel und nicht als Heilmittel verkauft oder zur Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln verwendet.

Auf Grund des ätherischen Ölgehalts wirken die Samen schwach harn- und blähungstreibend. Sie fördern die Bildung von Gallensaft und beeinflussen die Verdauung und den Blutzuckerspiegel günstig.

Schwarzkümmelöl kann erwiesenermaßen aber auch einer Vielzahl von Krankheiten vorbeugen oder sie heilen. Die ätherischen Öle wirken regulierend auf allergische Symptome und lassen sich bei Allergien, Neurodermitis und Schuppenflechte verwenden. Auch Bluthochdruck und Asthma lassen sich mit Schwarzkümmelöl bessern. Es wird auch in Begleitung von Chemotherapien zur Milderung der Nebenwirkungen genutzt.

Nebenwirkungen: Magen-Darm-Reizungen sind möglich, die Einnahme zu großer Mengen der Samen kann sich lebertoxisch auswirken.

Geschichtliches:

„Schwarzkümmel heilt jede Krankheit – hilft jedoch nicht gegen den Tod.“ Dieser Ausspruch Mohammeds verhalf dem Schwarzkümmel zu großer Popularität. c

Schwarzkümmel wurde bereits im Altertum in Ägypten und nahöstlichen Ländern als Gewürzpflanze angebaut. Im Mittelalter kam er nach Mitteleuropa und fand im St. Gallener Klosterplan von 816 und im Capitulare de villis Karls des Großen Erwähnung.

Im 16. Und 17. Jahrhundert war er in den Gärten weit verbreitet. Die Kräuterbücher dieser Zeit nennen die Pflanze „Schwarzer Coriander“.

Die Samen wurden als Gewürz beim Backen verwendet, dienten aber auch als Mittel gegen Fieber, gegen Schwindel und Schnupfen und den Biss tollwütiger Hunde.

Zwischen die Kleidung gelegt sollen die Samen Motten vertreiben, das Öl soll Zecken abschrecken können.

Kaffee soll an Geschmack gewinnen, wenn man ihm etwas gemahlenen Schwarzkümmel beifügt.

Seit 2010 versucht die Firma Nestlé ein Patent auf die Verwendung von Nigella als natürliches Behandlungsmittel gegen Lebensmittelallergien anzumelden.

Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse Ranunculaceae
Anwendungsbereich: ernährungsphysiologisch wertvoll, Gewürz
Blütenfarbe: weiß, blau
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig