Sanddorn

Hippophae rhamnoides

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Seedorn, Stranddorn, Weidendorn, Korallenbaum, Meerdorn, Haffdorn, Rote Schlehe, Fasanenbeere

Der Sanddorn ist ein bis zu 5 Meter hoher anspruchsloser, sommergrüner dorniger Strauch aus der Familie der Ölweidengewächse (Elaeagnaceae) mit einem weitreichenden Wurzelsystem, das sich bis zu 3 m in die Tiefe erstreckt und bis zu 12 m nach den Seiten. Er kommt in Europa und großen Teilen Asiens vor und bevorzugt kalkhaltige Sand- und Kiesböden. Bei uns wächst er hauptsächlich an der Ostsee, auf Dünen, aber auch in Gebirgstälern und Flussauen, wo er zur Befestigung des Bodens an Deichen und Straßenböschungen genutzt wird. Sanddorn wird auch als Zierstrauch in Anlagen und Gärten angepflanzt. Die Äste tragen Dornen. Sanddorn ist zweihäusig. Die wechselständigen Blätter sind weidenähnlich und lanzettlich, 3 bis 7 Millimeter breit und 4 bis 8 cm lang mit kurzen Stielen und silberweißer Unterseite. Die kleinen unscheinbaren bräunlichen Blüten bilden sich an den vorjährigen Trieben. Sie erscheinen vor dem Laubaustritt und werden vom Wind bestäubt.

Blütezeit: März bis Mai.

Die Früchte sind 6 bis 8 mm lang, oval und gelb bis orangerot. Die Fruchthaut erscheint getüpfelt. Das Fruchtfleisch ist breiig und umgibt einen steinartigen braunen Samen. Zur Keimung sind Licht und Kälte nötig. Die Verbreitung geschieht durch Vögel und durch vegetative Vermehrung der Wurzelsprosse.

Verwendete Pflanzenteile:

Sanddornbeeren, Sanddornfrüchte, die nach der Ernte umgehend verarbeitet werden sollten. Sammelzeit: August bis Oktober (vor dem ersten Frost). Die Früchte schmecken sauer („Zitrone des Nordens“) und haben keinen wahrnehmbaren Geruch.

Inhaltsstoffe:

Vitamine, vor allem Vitamin C (200 – 900 mg pro 100 g Fruchtfleisch; nur Hagebutten und die Acerolakirsche haben noch höhere Werte), 3 – 5% Öl, das reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, Gerbstoffe, Flavonoide

Heilwirkung:

Der Saft und das Konzentrat der Sanddornbeeren werden als Vitamin-C-Spender vorbeugend und unterstützend bei Vitamin-C-Mangel verwendet. Dieser tritt bei ausgewogener Ernährung normalerweise nicht auf. Die Inhaltsstoffe stimulieren das Immunsystem und wirken vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten. Je weniger verarbeitet, desto besser die Wirkung. Daneben wird der Saft auch zu Marmelade und Gelee verarbeitet. Das fette Öl fördert die Wundheilung bei Strahlenschäden durch Röntgenstrahlen, Wundliegen (Dekubitus) oder Sonnenbrand. In der Kosmetik wird Sanddornöl in Produkten für reife, trockene Haut verwendet.

Sanddornöl kleidet auch die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts mit einem schützenden Film aus. Es wird bei Magenschleimhautentzündungen und Magen-Darm-Geschwüren eingesetzt.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt.

Geschichtliches:

Die therapeutischen Eigenschaften des Sanddorns wurden erst im Mittelalter erkannt. Vorher glaubte man, dass die Früchte giftig seien. Sanddornsaft wurde Fieberkranken zur Durstlöschung empfohlen.

Der Sanddorn ist ein Pionier in der Pflanzenwelt: Wegen seines großen Lichtbedarfs wächst er in trockenen und sandigen Gegenden, wo kein Baum ihm Schatten spendet. Er bereitet so den Boden für andere Pflanzen. Wenn diese dann heranwachsen und ihn überragen, geht er ein. Der Schatten seiner oberen Zweige lässt die unteren abfallen. Seine langen Wurzeln sorgen dafür, dass der Boden festgehalten und ein Erdrutsch verhindert wird.

Die Beeren des Sanddorns wurden früher als Augenheilmittel für Pferde verwendet („hippos“ = Pferd, phaos = Licht).

1980 wurde in Ludwigslust die erste Kultursanddornplantage angelegt.

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Pflanzenfamilie: Ölweidengewächse Elaeagnaceae
Anwendungsbereich: Immunstärkung
Blütenfarbe: grün
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd