Rosmarin

Rosmarinus officinalis

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Heilpflanze des Jahres 2011

Brautkraut, Weihrauchkraut, Kranzenkraut, Meertau, Brautkleid, Antonkraut

Der Rosmarin ist ein immergrüner Halbstrauch, der bis zu 2 m hoch werden kann, aus der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Er ist im Mittelmeerraum heimisch. Dort gedeiht er an sonnigen Standorten – vorwiegend in Küstennähe - wild an trockenen Hängen. Er benötigt ein warmes, trockenes Klima und verträgt keine Staunässe. Nördlich der Alpen ist die Pflanze nicht winterhart. Seine verzweigten Äste sind dicht mit ledrigen, schmalen, nadelartigen Blättern besetzt. Diese sind oberseits dunkelgrün, auf der Unterseite filzig weiß. Von Februar an zeigen sich die zarten hellblauen Blüten, die aromatisch duften und den Bienen gute Nahrung bieten.

Verwendete Pflanzenteile:

Blätter, die kurz vor, während oder gleich nach der Blüte geschnitten und umgehend getrocknet werden, um das ätherische Öl zu erhalten, Blüten

Inhaltsstoffe:

Ätherische Öle Cineol und Kampfer, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide

Heilwirkung:

Äußerlich wird Rosmarin zur Förderung der Durchblutung (auch Herzkranzgefäße und Gehirn) und zur unterstützenden Behandlung von rheumatischen Beschwerden verwendet. Rosmarinöl ist deshalb häufig Bestandteil von schmerzstillenden Medikamenten zur Einreibung bei Neuralgien und Gicht.

Innerlich wird Rosmarin zur Anregung des Kreislaufs und bei niedrigem Blutdruck eingesetzt, weil er Herz und Kreislauf unterstützt (ohne dass hoher Blutdruck erhöht wird). Auch nervöse Herzbeschwerden und Herzrhythmusstörungen lassen sich gut mit Rosmarin behandeln. Wegen seiner durchblutungsfördernden Eigenschaft hilft er auch gut bei kalten Händen und Füßen.

Zubereitungen aus Rosmarin wirken anregend auf die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit. Er wirkt krampflösend bei Blähungen und Oberbauchbeschwerden. Deshalb wird Rosmarin gern als Gewürz –besonders in der mediterranen Küche - bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt, ist Bestandteil der Provence-Kräutermischung und harmoniert mit Kartoffeln, Gemüse, Fisch und Lammfleisch. Rosmarin sollte aber vorsichtig dosiert werden.

Nebenwirkungen:

Innerlich verwendet kann Rosmarinöl Magenreizungen verursachen. Deshalb sollte es nur äußerlich angewandt werden. Weil Rosmarin auch die Menstruation und die Wehen anregt, dürfen Rosmarintinktur und Rosmarinöl in der Schwangerschaft nicht angewandt werden.

Geschichtliches:

Der Name Rosmarin leitet sich ab vom lateinischen „ros“ = Tau und „marinus“ = des Meeres. In der Antike war Rosmarin hauptsächlich eine Zierpflanze. Erst die Klosterheilkunde entdeckte die besonderen Eigenschaften, und so wurde das Kraut zu einer der beliebtesten Arzneipflanzen, die bereits im capitulare de villis Karls des Großen erwähnt wird.

Im Mittelalter war Rosmarin ein beliebtes Mittel gegen Erschöpfung und bei Ohnmacht. In Krankenzimmern wurden die Blätter verbrannt, um die Luft zu reinigen.

Besonders beliebt war Rosmarin im Wein als gutes Herztonikum, das nach einer Grippe zur Genesung beitragen sollte.

Pfarrer Kneipp (1821 – 1897) meinte: „Rosmarinwein, in kleinen Portionen getrunken, hat sich als vortreffliches Mittel gegen Herzgebrechen bewährt.“

In der Spirituosenindustrie wird Rosmarin zur Herstellung von Likören (Goldwasser, Benediktiner) verwendet.

Rosmarin galt als Zeichen für ewig grünende Liebe. Wegen ihres starken Dufts, dem aphrodisierende Kräfte zugesprochen wurden, war sie der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Junge Bräute wurden mit Rosmarin geschmückt, aber auch bei Beerdigungen wurden Kränze aus Rosmarin als Zeichen des Andenkens gebunden.

Rosmarin sollte auch vor bösen Geistern schützen, die bekanntlich keinen Wohlgeruch mögen.

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Pflanzenfamilie: Lippenblütler Lamiaceae
Anwendungsbereich: Kreislaufbeschwerden, Gewürz
Blütenfarbe: blau
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: ausdauernd