5

Gymnasium - Friedrichstraße 10 A

Bild 1 von 4

  • © AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
    © AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
  • © AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
    © AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
  • © AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
    © AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
  • © AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
    © AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte

Stadt Lehrte Gymnasium

Das Gymnasium war auch Lazarett und Seuchenhaus

Am 22. Mai 1901 fiel der Beschluss für einen Neubau der Mittelschule für etwa 300 Schüler auf einem Grundstück an der Friedrichstraße, das der Eigentümer, Exbürgermeister Leopold Laengner, der Stadt verkaufte. Die Bauplanung und Bauleitung übernahm der Stadtbaumeister Max Huguenin. Die verwendeten Steine stammen teilweise aus dem Lehrter Grund von der Ziegelei Lehrte der Firma Neuhaus. Die Baukosten betrugen 189 000 Reichsmark. Im Jahr 1902 konnte die Städtische Mittelschule, die bis dahin im Hause Burgdorfer Straße 10 residierte, Einzug feiern.

Bereits 1905 beklagte sich Rektor Banse bei der Stadt über den schlechten Zustand des Schulhofes – dieser stehe zeitweise unter Wasser. Daraufhin erhielt er eine Kiesschicht. Schon sechs Jahre später waren die Westseite des Gebäudes und der Giebel stark verwittert und mussten instand gesetzt werden.

Am 3. April 1913 kam es zur Einrichtung eines Realprogymnasiums - vorerst nur eine Knabenschule – als Untermieter der Mittelschule. Es handelte sich dabei um eine Initiative des 1909 in Lehrte gegründeten Realschulvereins, der eigentlich eine Realschule (ohne Latein) wollte. 32 Sextaner werden eingeschult. Im Jahr 1915 erhielt die Mittelschule die volle staatliche Anerkennung. Sie konnte damit die Mittlere Reife aussprechen.

Nach dem Ersten Weltkrieg konnten 1919 die ersten Mädchen das Realprogynasium Lehrte besuchen. Im selben Jahr verließen die ersten Schüler das Gymnasium nach der 10. Klasse mit dem „Einjährigen“, also der Obersekunderreife.

Bereits im Jahr 1921 gab es erste Planungen der Stadt, das Gymnasium aus Kostengründen wieder aufzulösen, da beantragte staatliche Zuschüsse abgelehnt worden waren. Die schwindende Nachfrage in wirtschaftlich schwierigen Zeiten blieb auch weiterhin ein Thema: 1924 konnte am Progymnasium erstmals keine Sextanerklasse eingerichtet werden. Der Direktor wurde mit vier weiteren Studienräten sogar in den Wartestand versetzt. Die Auflösung des Gymnasiums scheiterte aber daran, dass die Stadt Lehrte die fest angestellten Altphilologen nicht loswerden konnte. Am 1. November 1927 beschloss die Stadt, die bestehende Mittelschule zugunsten der sechsstufigen Realschule (ohne Latein mit Schwerpunkten auf den neueren Sprachen und den Naturwissenschaften) jahrgangsweise abzubauen. Die Lehrer der Mittelschule wurden von den Lehrter Volksschulen übernommen – bei vollem Gehaltsausgleich durch die Stadt. Drei Jahre später kam es zum Ausbau zur neunstufigen Vollanstalt. Am 30. Januar 1933 verließen die letzten Mittelschüler ihre Schule. Die Mittelschule hörte damit auf zu bestehen. Ein Jahr später kam es zu den ersten Reifeprüfungen.

Durch die Schulreform der Nationalsozialisten kam es 1938 zu einem Namenswechsel zu „Städtische Oberschule für Jungen“. Die Einrichtung einer Oberstufe für Mädchen scheiterte. Mit Kriegsbeginn 1939 erfolgte die Teilbeschlagnahme des Gebäudes für ein Lazarett mit 118 Betten für ein Jahr. 1943 wurde ein weiteres Mal ein Lazarett eingerichtet. Von 1945 bis 1950 war in dem Gebäude das Seuchenhaus des Stadtkrankenhauses Lehrte untergebracht. Nur die Fachräume für Biologie, Chemie und Physik konnten noch benutzt werden. Der übrige Unterricht fand in den Räumen von Banken, Eisenbahn, Zuckerfabrik und in Gastwirtschaften, ab 1946 auch im Gebäude der Volksschule II in der Feldstraße, statt.

Am 4. Januar 1956 bekam die Anstalt ihren heutigen Namen „Gymnasium Lehrte“. 1960 wurde ein Erweiterungsbau als Querriegel auf dem Schulhof gebaut. Zwischenzeitlich beim Landkreis Hannover ging die Schulträgerschaft 1976 wieder auf die Stadt über.

1978 begann der Bau eines neuen Schulgebäudes für die Oberstufe im Canterschen Park an der Burgdorfer Straße. Die neue Sekundarstufe II konnte 1979 bezogen werden.

Von Karlheinz Peterseim
Quelle: "Erinnerungstafeln in Lehrte"
Herausgegeben von der Volksbank Lehrte-Stiftung

Homepage: Gymnasium-Lehrte

© AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte
© AK Natur erleben Stadtmarketing Lehrte