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Ehemalige Genossenschaftsbank - Sedanplatz 14

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Stadt Lehrte
Ehemaliges Bankgebäude der Genossenschaftsbank Lehrte

Erbaut 1924 - 1925 von der Baufirma Fritz Huch
Als Bankgebäude genutzt bis zur Fusion mit der Volksbank Lehrte im Jahre 1974

Nähere Informationen: Das Gebäude der ehemalige Genossenschaftsbank in Lehrte am Sedanplatz, Ecke Dammstraße, wurde 1924 und 1925 gebaut. Für dieses Grundstück bezahlte die Familie Depenau circa 10 000 Mark.

Um 1873 hat der Lehrer August Bödecker sich an der Gründung von gleich 2 genossenschaftlichen Geldinstituten beteiligt. Diese eingetragenen Genossenschaften mit unbeschränkter Haftung hießen „Vorschuß- und Sparcasse“ und „ Central-Vorschuß- und Sparverein“. Die Institute hatten verschiedene Zielgruppen, womit keine Konkurrenz der Beiden entstand. Die Zielgruppe der Sparcasse waren die Handwerker und die des Sparvereins die Landwirte. Die spätere Genossenschaftsbank war der Sparverein dieser Zeit. Dieser wurde am 14.12.1873 von einer interessierten Gruppe von 14 Bürgern gegründet. Der Wortführer der Versammlungsteilnehmer war der Likörfabrikat Kreplin. Friedrich-Wilhelm Raiffeisen hatte damals die Idee des genossenschaftlichen Gedankens, welcher später die Basis der Entscheidung war. Der genannte Gedanke besagt, dass gegenseitige gesellschaftliche Kredite für die Mitglieder zur Verfügung gestellt werden.

August Bödecker war der Initiator der genossenschaftlichen Bankgründung und hatte selbst reichlich Erfahrung als Geschäftsführer des ,,Landwirtschaftlichen Vereins“. Er wurde in dieser Zeit zum Vorstand berufen, wobei er den ,,Vorteil“ gegenüber seinen Konkurrenten hatte, dass er selbst auch Landwirt war. Nachdem er eine Kaution von 200 Mark hinterlegte, übernahm er den Posten des Kassierers des Sparvereins. Der Bankraum in dem er dann arbeitete befand sich in einem Haus in der Bachstraße 8.

Der Aufbau der Geldinstitute wurde durch die Verkehrsentwicklung in Lehrte beschleunigt. Durch den Ausbau der Eisenbahnstrecke Richtung Berlin nach der Reichsgründung 1871, wurde Lehrtes Eisenbahn zum stärkeren Kreuzungspunkt und gewann so Bedeutung und mehr Bevölkerung. Um 1848 waren es noch 947, doch nach 1871 konnte man bereits 2374 Einwohner zählen.

Mit der am 7. April 1921 im Genossenschaftsregister im Amtsgericht Burgdorf vorgenommenen Eintragung wurde die Umbenennung des Sparvereins in ,,Genossenschaftsbank Lehrte, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung“ bestätigt, wobei die unbeschränkte Haftung den Mitgliedern zu risikoreich erschien, sodass diese sich 1933 für eine beschränkte Haftung der Genossenschaft entschieden. Diese Änderung wurde dann auch im Register aufgenommen.

Die Namensänderung der Vorschuß- und Sparcasse ließ auch nicht lange auf sich warten. Zwei Jahre später wurde der Name in ,,Creditbank eGmbH“ geändert, wobei diese im Mai 1941 in ,,Lehrter Volksbank von 1873“ umbenannt wurde.

1974 schlossen sich die beiden Geldinstitute zur ,,Volksbank eG Lehrte“ zusammen, welche zu der Zeit 2433 Mitglieder hatte. Nach dieser Fusion wurde das damalige Bankgebäude am Sedanplatz verkauft. Dieses Haus, welches eine finanzielle Bedeutung der Lehrter Geschichte hat, wird nun als Wohnhaus genutzt.

Die Gegend des Gebäudes wurde zur Zeit des Baus gut ausgewählt um Ansehnlichkeit und positive Standortfaktoren zu erreichen. Es sollte eine gewisse Dominanz gegenüber den anderen Gebäuden des Sedanplatzes haben. Es ist sogar gelungen, dass selbst heute dieses Gebäude nichts an Ansehnlichkeit eingebüßt hat, was durch die heraushebende Architektur der ,,goldenen“ 20er Jahre gelang. Der Wert des heute leider wirtschaftlich recht unbedeutenden Sedanplatzes wird durch dieses Gebäude, was ein wirklicher Blickfang ist, ein wenig gesteigert. Wichtig für die Standortentscheidung zur damaligen Zeit war, dass der Sedanplatz mit seinen branchenreichen Geschäften und seiner günstigen Lage zum Bahnhof, zu den Schulen und zur Kirche als Mittelpunkt Lehrtes und somit als strategischer Platz gesehen wurde.

Der Bau des Bankgebäudes war von den Besonderheiten, die die zwanziger Jahre einleiteten geprägt, denn die Bank kaufte die Baumaterialien selber und stellte sie dann dem Handwerksbetrieb zur Verfügung. Dies kam durch die Wirtschaftsflaute und die Inflation zustande. Durch die Inflation konnten die Handwerksbetriebe keine Kredite aufnehmen, deshalb bekamen sie das Geld für die Löhne ihrer Angestellten von der Bank. Damit hatten sie die Möglichkeit, Gewinn für Investitionen zu erlangen.

Quellen: Buch über die Erinnerungstafeln in Lehrte, historische Gebäude und Plätze

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