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Jahn-Turnhalle - Feldstraße 29

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  • © AK "Stadt & Natur erleben" Stadtmarketing Lehrte
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Ein Baufonds steht am Beginn der Jahn Turnhalle

Die Straßenfront der Turnhalle des Lehrter Sport-Vereins von 1874 in der Feldstraße hat ihre Ansicht seit ihrer Einweihung im Jahr 1929 kaum verändert. Über dem Eingang des aus rötlichen Klinkern erbauten Hauses steht noch die Vereinsbezeichnung „MTV“, die sich der Verein bei seiner Gründung im Jahre 1874 gegeben hat.

Es war im Frühjahr des Jahres 1874, als sich 9 Männer trafen und beschlossen, die Vorbereitungen für die Gründung eines Lehrter Turnvereins zu treffen. In der im Mai des Jahres eigens zu diesem Zweck anberaumten Versammlung kam es zur Gründung des Vereins unter dem Namen „Männer Turnverein Lehrte“ (MTVL). Schon bei dem im August 1874 durchgeführten Stiftungsfest lag die Mitgliederzahl bei 120.

Schwere Zeiten waren allerdings für den jungen Verein zu bewältigen, nachdem sich 1896 ein großer Teil der Mitglieder gegen den Verein stellte und sich dem neu gegründeten Turnverein „Vater Jahn“ anschloss, Zehn vereinstreue Sportkameraden haben es mit ihrem Einsatz geschafft, das Vereinsleben aufrecht zu erhalten.

Das 25-jährige Stiftungsfest konnte dann auch in schöner Eintracht mit anderen Vereinen gefeiert werden, aber die Wünsche nach einer angemessenen Übungsstätte wurden immer dringender. Bereits 1908 suchten die vereinigten Turnvereine von Lehrte bei der Stadt um den Bau einer Turnhalle nach. Diese Bemühungen blieben erfolglos.

Der MTV hatte von Beginn Probleme mit seinen Übungsstätten. Während des Ersten Weltkrieges wurde eingeschränkt im Saal der Gaststätte Finkhausen geturnt. Der damalige Ratskeller (im ehemaligen Gewerkschaftshaus an der Burgdorfer Straße, Ecke Ringstraße) war nach Kriegsende nur für kurze Zeit nutzbar, da dort ein Kino eingerichtet wurde. Daraufhin verlegte der MTV seinen Sitz in den „Reichshof“ im Alten Dorf (Heute Jawoll-Markt), der Vereinslokal wurde. Diese vielen Ortswechsel machten den Wunsch nach einer eigenen Übungsstätte immer stärker.

Der schon 1909 eingebrachte Vorschlag zur Einrichtung eines Turnhallen-Baufonds wurde vom Verein zunächst einmal zurückgestellt. Hierzu kam erst nach dem Ersten Weltkrieg im Sommer 1919.

Mit vielen Aktionen, wie dem Verkauf von Bausteinen, Haussammlungen, Mitgliederspenden und Veranstaltungen der Theatergruppe konnte ein Kapital von 20 000 Reichsmark angesammelt werden. Die Inflation des Jahres 1923 und die anschließende Währungsreform ließen das Kapital aber fast vollends schmelzen.

Im 50. Jubiläumsjahr hat man aufgrund der immer konkreter werden Übungsstättennot per Versammlungsbeschluss festgelegt, den in arge Mitleidenschaft gezogenen Turnhallenfons wieder neu aufzulegen, um so den Bau der Turnhalle voranzutreiben. Einnahmen aus Aktionen des Vereins ließen das Kapital des Baufonds auf 10 000 Mark anwachsen. Ein durch die Stadt verbürgtes Hypothekendarlehen der Kreissparkasse und weitere Fremdmittel führten nun endlich zum Entschluss, den Bau der 60 000 Mark teuren Turnhalle zu wagen.

Am 9. September 1928 wurde an der Feldstraße der Grundstein zum Bau der eigenen Turnhalle gelegt, der zur großen Freude aller Turnerinnen und Turner am 2. Juni 1929 ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Natürlich mussten in der Folgezeit, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, viele Renovierungs- und Umbauarbeiten an und in dem Turnhallengebäude vorgenommen werden. Heute präsentiert sich die Jahn-Turnhalle als eine zeitgemäße, allen Ansprüchen gerecht werdenden Übungsstätte, die sich gegenüber den inzwischen auch von der Stadt nach modernsten Gesichtspunkten erstellten Turnhallen überhaupt nicht ausnimmt. Der im Jahr 1928 für den Bau der Turnhalle erstellte Vereinsbericht trägt die Überschrift: „Eigen Nest ist das Best“. Daraus ist erkennbar, wie wichtig es den Verantwortlichen war, eine eigene Übungsstätte zu haben. Sie haben damals ein großes Werk auf den Weg gebracht.

Von Horst Selant
Quelle: "Erinnerungstafeln in Lehrte"
Herausgegeben von der Volksbank Lehrte-Stiftung

Wikipedia: Lehrter SV

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