Große Klette

Arctium lappa

Bild 1 von 1

  • © AK "Stadt und Natur erleben" Stadtmarketing Lehrte (ms)
    © AK "Stadt und Natur erleben" Stadtmarketing Lehrte (ms)

Wolfskraut, Rossklettenwurz, Haarwachswürze, Klebern, Bardane

Die Große Klette ist eine zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist im nördlichen Europa und Teilen Asiens heimisch, in Amerika eingeschleppt, und wächst häufig auf mäßig trockenen humusreichen Böden an Wegrändern, Dämmen und auf Schuttplätzen. Neben der Großen Klette wurde auch die Kleine Klette (Arctium minus) und die Filzige Klette (Arctium tomentosum) verwendet.

Aus einer spindelförmigen, fleischigen, braunen, verzweigten Wurzel, die bis zu 60 cm in die Erde ragt, bildet die Pflanze im ersten Vegetationsjahr eine große Blattrosette aus, aus der im zweiten Jahr ein kräftiger, kantiger, reich verästelter Stängel wächst, der oft rot überlaufen ist und bis zu 2 m hoch wird. Die wechselständigen herz-eiförmigen Blätter sind ganzrandig und gestielt, oben grün und auf der Unterseite schwach graufilzig behaart. Die Größe der Blätter nimmt nach oben hin stark ab. Die kugeligen Blütenköpfe sind traubig angeordnet und sitzen langgestielt am Hauptstängel. Die Blütenköpfchen der Großen Klette sind 3 bis 5 cm groß, die der Kleinen Klette 1 bis 3 cm. Die Hüllblätter der Filzigen Klette sind wollig-spinnwebartig miteinander verbunden. Die Blütenhüllblätter tragen an der Spitze gelbliche Widerhäkchen.

Blütezeit: Juli bis September

Die Blüten werden von Hummeln und Schmetterlingen aufgesucht.

Die Frucht ist eine 6 bis 8 mm lange Achäne mit einem Borstenkranz aus kleinsten Pappushaaren. Mit den Widerhaken bleiben die reifen Fruchtstände an Tieren oder Kleidungsstücken hängen und werden so verbreitet.

Verwendete Pflanzenteile: Die Wurzel

Inhaltsstoffe:

Inulin (bis zu 45%), Gerbstoffe, Schleim, Harz, Apfelsäure, Ameisensäure

Heilwirkung:

Die Große Klette unterstützt den Stoffwechsel. Sie wird ausschließlich volksheilkundlich genutzt, regt die ausscheidenden Organe an und wird als Tee bei Magenbeschwerden, Leber- und Gallestörungen, bei Problemen mit Niere und Blase und bei Hautausschlägen eingesetzt.

Das Klettenwurzelöl wird bei trockener Kopfhaut und zur Förderung des Haarwachstums verwendet, bei Haarausfall aus hormonellen Gründen sind keine Wunder zu erwarten.

In der Homöopathie wird Arctium lappa bei Akne, Ekzemen und schuppiger Kopfhaut eingesetzt.

Die Blätter sollen eine keimtötende Wirkung haben. In zerquetschter Form wurden sie als Umschlag bei Hautproblemen genutzt.

Nebenwirkungen:

Nicht bekannt; nicht anwenden in der Schwangerschaft und bei Allergien gegen Korbblütler.

Geschichtliches:

Der Gattungsname wurde bereits bei Dioskurides verwendet. Er leitet sich vermutlich vom griechischen „arcos“ (Bär) ab wegen der borstig-hakigen Frucht, die mit dem rauen Bärenfell verglichen wird.

Der Artname „lappa“ ist ebenfalls griechischer Herkunft und von labein = ergreifen, festhalten abgeleitet, womit auf die anhaftenden Früchte hingewiesen wird.

Der ältere Name Bardana bezieht sich auf die großen Blätter der Pflanze. Er soll sich vom italienischen Wort barda für Pferdedecke ableiten. In der gebräuchlichen Drogenbezeichnung (bardana radix) findet sich der Sprachstamm noch wieder.

Die Große Klette wurde bereits im „Capitulare de villis“ Karls des Großen erwähnt und zum Anbau empfohlen. Auch Hildegard von Bingen und Pfarrer Sebastian Kneipp nutzten die Pflanze.

Die Wurzel und die jungen Blätter können als Wildgemüse verzehrt werden, die Wurzel kann wie die Schwarzwurzel zubereitet werden.

Früher wurde die Wurzel - ebenso wie die der Wegwarte – geröstet und zur Herstellung von Kaffee genutzt. Die Blätter wurden als Tabakersatz verwendet.

Die Kommission E bescheinigt der Pflanze eine Nullmonografie, da die Wirksamkeit nicht belegt ist, aber auch keine Risiken zu erwarten sind.

Die Bionik, die Naturphänomene auf die Technik überträgt, hat das Festhalten der Klette mit den kleinen Widerhäkchen als Vorbild für den Klettverschluss verwendet, bei dem zwei Materialien auf einfache Weise miteinander verbunden werden. Der Jäger und Schweizer Ingenieur Georges de Mestral entwickelte 1941 die Idee dazu, nachdem er bei seinem Hund immer wieder die Kletten aus dem Fell entfernen musste.

© AK "Stadt und Natur erleben" Stadtmarketing Lehrte (ms)
© AK "Stadt und Natur erleben" Stadtmarketing Lehrte (ms)
Pflanzenfamilie: Korbblütler Asteraceae
Anwendungsbereich: Leber-Galle-Störungen
Blütenfarbe: purpur
Giftigkeit: ungiftig