Kiefer

Pinus sylvestris

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  • © AK "Stadt und Natur erleben" Stadtmarketing Lehrte (ms)
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Baum des Jahres 2007

Gemeine Kiefer, Föhre, Rotföhre, Rotkiefer, Sandkiefer

Die Kiefer ist ein immergrüner Baum mit einer kräftigen, bis 8 m in die Tiefe reichenden Pfahlwurzel aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Nach der Fichte ist sie die häufigste Baumart in Deutschland. Sie ist mit etwa 100 Arten in ganz Europa bis nach Sibirien vom Flachland bis in Höhen von 1900 m zu finden, bevorzugt auf Sandböden, aber auch in Wäldern, Gärten oder Parkanlagen. Sie kann ein Alter bis zu 500 Jahre erreichen und wird je nach Standort, Boden und Klima 20 bis 40 m hoch. Hinsichtlich Boden, Wasser und Temperatur stellt sie keine großen Ansprüche. Sie benötigt aber viel Licht, im Unterholz geht der Baum ein. Mit der Erderwärmung und der Ausdehnung trockener Standorte kommt die Kiefer besser zurecht als die anderen heimischen Baumarten.

Die Äste sind erst in größerer Höhe zu finden. Die Krone kann sehr unterschiedlich aussehen, schirmförmig, kegelförmig, oft asymmetrisch. Die Rinde ist in der Jugend glatt und grau. Später ist sie im unteren Stammbereich braunrot bis graubraun, mit tiefen Furchen oder groben Platten. Im unteren Stammbereich sind Kiefern resistent gegen Feuer. Die Nadeln stehen paarweise in einer Nadelscheide (Kurztriebe). Sie werden bis 7 cm lang und sind graugrün, zugespitzt und etwas gedreht. Die Knospen sind länglich zugespitzt und erscheinen durch Verharzung oft grauweiß. Die Blüten sind eingeschlechtlich einhäusig.

Die männlichen Blüten bilden gelben Blütenstaub, die weiblichen Blütenzapfen sind rötlich. Blütezeit: Mai, Juni

Aus diesen entwickeln sich die gedrungenen und eiförmigen Zapfen, die anfangs grün sind und aufrecht stehen. Im Laufe der zweijährigen Reifezeit hängen sie herab und sehen dunkelbraun bis grau aus. Unter jeder Schuppe befinden sich zwei geflügelte Samen, die bis zu 2 km weit vom Wind verweht werden können. Pro Baum können sich bis zu 1600 Zapfen bilden.

Verwendete Pflanzenteile: Nadeln, Sprossen, Harz, Holz

Inhaltsstoffe: Terpentinöl, Kolophonium

Heilwirkung:

Kiefernnadeln, Kiefersprossen und Terpentinöl haben oftmals identische Inhaltsstoffe, die sich überwiegend allein wegen des mengenmäßigen Vorkommens unterscheiden. Kiefernsprossen (frische oder getrocknete 3 – 5 cm lange Triebe), Kiefernnadelöl und Terpentinöl enthalten ätherische Öle, die innerlich bei Atemwegserkrankungen, äußerlich bei Muskel- und Nervenschmerzen als Badezusatz oder Einreibung verwendet werden. Sie wirken schleimlösend, keimabtötend, durchblutungsfördernd und hautreizend und werden auch als Saunaaufguss verwendet.

Nebenwirkungen:

Bei der Anwendung kann es zu allergischen Reaktionen und Hautentzündungen kommen. Bei Asthma oder Keuchhusten, fieberhaften Erkrankungen oder Herzschwäche darf eine Anwendung mit Kiefernzubereitungen nicht erfolgen.

Geschichtliches:

Bereits im Altertum wurden Kiefernarten medizinisch bei Husten und Geschwüren verwendet. Kiefernharz wurde auch „Waldweihrauch“ genannt und zur Räucherung bei Lungenkatarrhen und zur Desinfektion von Räumen genutzt.

Der Nürnberger Reichswald war lange Zeit das berühmteste Kiefern-Waldgebiet.

Das Harz der Kiefer (Terpentin) wird gewonnen, indem am unteren Stammteil die Rinde entfernt und der Stamm fischgrätartig eingeritzt wird. Es wird in Gefäßen aufgefangen und gereinigt. Durch Wasserdampfdestillation gewinnt man daraus Terpentinöl und Kolophonium als Destillationsrückstand. Das Harz dient auch als Grundstoff für Lacke, pharmazeutische und kosmetische Produkte.

Bernstein, das „Gold des Nordens“, ist oftmals 50 Millionen Jahre altes Kiefernharz.

Kienspäne sind 3 mm dicke und 4 cm breite Streifen aus dem harzreichen Holz, die früher als Lichtquelle genutzt wurden. Der Ruß, der dabei entstand, wurde zu Farbe, Druckerschwärze oder Schuhcreme verarbeitet.

Kiefernholz wird sehr vielfältig genutzt, für Möbelbau, Treppen, Fußböden, früher auch für Wasserleitungen.

Im asiatischen Raum ist die Kiefer das Symbol für ein langes, verzichtreiches Leben.

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Pflanzenfamilie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Anwendungsbereich: Atemwegserkrankungen, Muskelschmerzen, Nervenschmerzen
Blütenfarbe:
Giftigkeit: schwach giftig
Lebensdauer: ausdauernd