Fichte

Picea abies

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Baum des Jahres 2017

Feicht, Feuchten, Rotfichte, Gemeine Fichte, Harzbaum

Die Fichte ist ein immergrüner Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Sie ist anspruchslos bezüglich der Nährstoffversorgung, benötigt aber ausreichend Niederschläge. Ohne Wasser kann sie kein Harz bilden. Sie kann ein Alter von 500 Jahren erreichen. Neben der Kiefer ist sie der am meisten verbreitete Nadelbaum Mitteleuropas. Sie ist im Flachland zu finden, im Gebirge bis in Höhen von 2000 m, ebenso in Wäldern, Gärten und Parkanlagen. Sie ist ein Flachwurzler und bildet einen geraden, säulenförmigen Stamm aus, der einen Durchmesser von 1 m und Höhen von 40 – 50 m erreicht. Die Rinde ist in der Jugend glatt und rötlichbraun, im Alter wird sie graubraun mit rundlichen, sich am Rand aufbiegenden Schuppen. Fälschlich wird die Fichte oftmals als Rottanne bezeichnet.

Die Krone ist meist kegelförmig. Die Äste sind in Etagen angeordnet, stehen annähernd waagerecht ab oder sind abwärts gebogen. Sie fühlen sich rau an. Die Knospen sind spitz mit hellbraunen Knospenschuppen, die als „Mütze“ gemeinsam abfallen. Die Nadeln sind grün, starr, spitz und stechend. (Die Fichte sticht, die Tanne nicht.) Die Nadeln sind meist 1 – 2 cm lang, wachsen rund um die Zweige und bleiben 6 – 13 Jahre daran, bei Stress fallen sie eher ab. Fichten blühen ab einem Alter von 30 Jahren. Die Blüten sind getrenntgeschlechtlich einhäusig. Die männlichen Kätzchen sind beim Aufblühen karminrot, die hellroten weiblichen Zapfen sind im oberen Kronenbereich zu finden. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Blütenknospen bilden sich nur alle 3 – 4 Jahre.

Blütezeit: Mai, Juni

Die Zapfen sind länglich, erst grün, dann braun. Sie stehen zunächst aufrecht und krümmen sich nach der Befruchtung nach unten. Wenn sie reif sind, fallen sie im Ganzen herunter. Sie sind mehr oder weniger harzig. Unter den Schuppen befinden sich die geflügelten Samen.

Für die Forstwirtschaft in Mitteleuropa ist die Fichte als „Brotbaum der Forstwirtschaft“ der wichtigste Baum.

Fichten dienen vielen Tieren – Vögeln, Säugetieren und Insekten als Lebensraum. Durch den Borkenkäfer sind aber viele Baumbestände extrem bedroht. („Willst du den Wald vernichten, pflanze nichts als Fichten.“)

Verwendete Pflanzenteile:

Knospen, Nadeln, junge Triebe, Holz, Rinde, Harz; Fichtennadelöl, das ätherische Öl aus Nadeln, Zweigspitzen und Ästen

Inhaltsstoffe:

Harze (Hauptbestandteil des Harzes ist Terpentin), ätherische Öle (u.a. Limonen, Camphen, Pinen) Vitamine, Flavonoide, Gerbstoffe

Heilwirkung:

Die ätherischen Öle wirken bei Einreibungen durchblutungsfördernd und befreiend auf die Atemwege. Äußerlich wird Fichtennadelöl bei rheumatischen und neuralgischen Beschwerden eingesetzt und als Bad zur unterstützenden Therapie von akuten und chronischen Erkrankungen der Atemwege, in der Kosmetik als Zusatz zu Schaumbädern und Badesalz.

Nebenwirkungen:

Fichtennadelöl wirkt reizend auf die Haut und kann bei zu hoher Dosierung auch Blasen bilden. Fichtennadelpräparate dürfen bei Babys und Kleinkindern nicht verwendet werden. Auch bei Keuchhusten und Asthma, Bluthochdruck und Herzschwäche sollte eine Anwendung mit Fichtennadelöl unterbleiben, ebenso bei offenen Wunden.

Geschichtliches:

Der botanische Gattungsname Picea leitet sich vom lateinischen pix = Pech ab.

Um Skorbut vorzubeugen, verwendeten die Menschen in früheren Jahrhunderten vor allem im Winter die vitaminreichen Fichtenzweige.

Vanillin, einer der wichtigsten Aromastoffe weltweit, wurde erstmals aus dem Rindensaft von Fichten hergestellt.

Wegen des geraden Wuchses, des raschen Wachstums, der geringen Ansprüche an den Standort und der guten Verwendbarkeit wird das Holz der Fichten als Bau- und Möbelholz und zur Papierherstellung genutzt, ebenso als Klangholz für Geigen (z.B. Stradivari) und Gitarren.

Aufgrund des Klimawandels gilt die Fichte als gefährdet.

Pflanzenfamilie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Anwendungsbereich: Durchblutungsförderung, Rheuma, neuralgische Beschwerden
Blütenfarbe: rot
Giftigkeit: schwach giftig
Lebensdauer: ausdauernd