Acker-Vergissmeinnicht

Myosotis arvensis

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Mausöhrlein

Das Ackervergissmeinnicht gehört mit mehr als 100 Arten der Gattung Vergissmeinnicht zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Es ist in Europa und Westasien heimisch und wächst meist einjährig, gelegentlich auch zweijährig. Es bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und frische, nährstoffreiche Böden und kommt häufig an Weg- und Ackerrändern und auf Brachflächen vor.

Das Ackervergissmeinnicht bildet aus einer büschelig verzweigten Wurzel eine grundständige Rosette mit aufsteigenden Stängeln, die schon vom Grund an verzweigt sind und Wuchshöhen von 10 bis 40 cm erreichen. Die ganze Pflanze ist kurz behaart. Die zahlreichen lanzettlichen bis eiförmigen Stängelblätter stehen wechselständig. Sie sind meist 2 bis 5 cm lang.

Der Blütenstand ist dicht mit 5 mm großen, zuerst rötlichen Kronblüten besetzt, die später blau werden und in trichterförmigen 5zähligen Kelchen stehen. Kronblätter und Kelchblätter sind am Grund verwachsen. Die Blüten werden von Tagfaltern bestäubt, auch Selbstbestäubung ist möglich.

Blütezeit: April bis Oktober

Aus den Blüten entstehen vierteilige Spaltfrüchte. Bei Reife brechen die Früchte ab und haften mit Klettenhärchen an Tieren fest, die so für die Verbreitung sorgen.

Die Teilfrüchte sind 1,5 bis 2 mm lang, eiförmig, glänzend, schwarz und auf einer Seite spitz zulaufend. Bei günstigen Bedingungen können die Samen während der gesamten Wachstumszeit keimen. Sie bleiben auch mehrere Jahre keimfähig.

Verwendete Pflanzenteile:

Blüten

Inhaltsstoffe:

Flavonoide, Rosmarinsäure, Gerbstoffe, Alkaloide (wahrscheinlich auch Pyrrolizidinalkaloide)

Heilwirkung:

Das Ackervergissmeinnicht ist nur wenig untersucht und hatte bislang medizinisch auch keine Bedeutung. Es wird in homöopathischen Arzneimitteln verwendet, die bei Lymphknotenschwellung helfen und das Immunsystem stärken sollen. Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht bestätigt. Früher wurde es bei Lungentuberkulose und chronischem Bronchialkatarrh eingesetzt.

Nebenwirkungen:

Nicht bekannt

Geschichtliches:

Der Gattungsname myosotis stammt aus dem griechischen: myos (Maus) und otis (Ohr), also Mausohr, vielleicht wegen der Blattform einiger Vergissmeinnicht-Arten.

Die Bezeichnung „Vergissmeinnicht“ ist seit dem 15. Jahrhundert bezeugt. Die blauen Blüten wurden als Liebes- und Treuebeweis verschenkt. Sie sollen an die Augen von Verliebten erinnern.

Pflanzenfamilie: Raublattgewächse Boraginaceae
Anwendungsbereich: Atemwegserkrankungen
Blütenfarbe: blau
Giftigkeit: ungiftig
Lebensdauer: einjährig